PHILIPS BANDMASCHINE N4510
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Seite 2: Technik der N4510
Natürlich ist auch
diese schöne Maschine für mich sehr wertvoll, schliesslich hat es lange
gedauert, bis sie endlich als erste Vertreterin ihrer Gruppe den Weg in die
Sammlung fand. Abgesehen von einer, die sehr schmerzhaft vor Jahren am türkischen
Zoll hängen
blieb, kam einfach keine Bandmaschine dieser Serie hierher. Aber nicht nur bei ihm, sondern auch bei dem netten Herrn in
der Firma Mark-O-Print in Lübeck (deren Produkte wir hier vertreten) muss ich
mich sehr bedanken, weil er diese Schönheit so vollkommen verpackt hat, wie
wohl bisher keine andere Bandmaschine jemals besser verpackt worden sein
kann. Wer es nicht so ganz glaubt, Die grosse Freude kam erst als alles wieder zusammen gebaut
war, aber noch war Geduld angesagt. Die Beseitigung des Riemenschlamms dauerte 3 Abende, der Dreck
an den Fingern blieb länger. Ich habe zum ersten mal
Walzenreiniger benutzt und habe damit sehr gute Ergebnisse erzielt. Diese Flüssigkeit
löst die Riemenreste sehr gut auf, ohne dabei Kunststoffteile anzugreifen.
Allerdings sollte jeder selbst erst einmal an unsichtbaren Stellen probieren. Es macht Spass, Geräte die gut erhalten sind zu
reinigen. Das Ergebniss gibt etwas gutes her und die Mühen lohnen sich.
Erst recht, wenn das schöne Gerät auch noch wenig benutzt ist und
keinen grossen Verschleiss zeigt. Die Schieberegler jedoch waren ziemlich schwergängig
geworden und kratzten schon mechanisch sehr störend. Die N4510 hat ein eingebautes Mischpult. Damit kann
man zu einer gewählten Tonquelle (wie Radio, Plattenspieler,
mittlerweile auch CD- oder sonstwas Player) die Töne von den
angeschlossen beiden Mikrofonen (separat) dazumischen. Interessant wurde
diese Möglichkeit sicher auch sehr bei angewandter Multiplay-Technik. Ein
Magnet-Vorverstärker jedoch fehlt, wodurch nur Kristall-Abnehmer benutzt
werden können. Es sei denn, man hat einen Entzerrer-Vorverstärker dafür. Die N4510 ist mit eine der ersten 3-(Gleichstrom-)
Motoren-Generationen von Philips und ist trotzdem doch recht ausgereift. Ein weiteres besonderes Merkmal ist das Zählwerk mit
Suchfunktion. Die Rädchen unterhalb des eigentlichen Zählwerks lassen sich
verdrehen. So kann eine beliebige Zahl im Bereich 0000 bis 8999 eingestellt
werden. Erreicht das Zählwerk darüber die gleiche Nummer, schaltet die N4510
aus jeder Betriebsart, ausser Aufnahme, auf Stop. Der Bereich 9000 bis 9999 ist
nicht anwählbar, denn
anstelle der Ziffer '9' hat das Rädchen ganz links einen Buchstaben 'A'. Wird dieser gewählt, ist die
Abschaltfunktion abgeschaltet. Einen eigenständigen
Schalter für die Suchfunktion gibt es nicht. Obwohl das Gehäuse aus Kunststoff gefertigt ist, mach die
N4510 keinen Eindruck eines Plastikgerätes. Die untere Frontplatte, sowie beide
Teile der
Kopfabdekung sind mit Alu-Blechen überzogen und wirken somit recht edel. Die schön-eckigen Seitenteile aus Holz targen ihren Teil zum
guten Design bei. Auch die Skalen der Schieberegler bestehen aus Alumium. Die Schalter werden über lange Hebel bewegt, die gleichzeitig
als Lichtleiter wirken und die ausgewählte Stellung stärker beleuchten. Die VU-Instrumente sind symmetrisch eingebaut. Die Art der
Anzeige hat Philips ab dieser Serie beibehalten. Nur die letzten 3 Bandmaschinen
(N7150-N7300-n4520/22) haben dann wieder asymmterische Zeiger Unter einem kleinen Deckel, der sich zur Seite schieben lässt,
befinden sich die Frontbuchsen für 2 Mikrofone und einen Kopfhörer. Zu der
Zeit waren von Vorne sichtbare Buchsen noch keine Gewohnheit. Deswegen gab es
den hübschen Deckel dazu. Zeitgleich mit der N4510 gab es auch die neuen 18cm Spulen,
zwar aus Kunststoff, aber im Alu-Look
Die N4510 spult recht schnell um. Die kleinen
Gleichstrom-Wickelmotoren entwickeln genug Kraft und die gute Bandszugkontrolle mit 2
(elektronisch wirkenden) Fühlhebeln sorgt dabei für sauber gewickelte
Spulen. Der Capstanmotor mit Servokontrolle hält die Bandgeschwindigkeit in
engen Grenzen.
In späteren Serien wurden dafür zwar schon Motoren mit eingebauten Gebern
benutzt, hier jedoch befindet sich unterhalb der Riemenscheibe ein Magnetrad,
das in einer Spule eine Spannung induziert, deren Frequenz sich mit der
Geschwindigkeit des Motors ändert. Eine Steuerelektronik erkennt daran, wie sie
den Capstanmotor ansteuern soll.
Nun ist aber endlich eine da.
Aber nicht nur das macht sie wertvoll, sondern noch mehr die Tatsache, dass sie
mal wieder ein Geschenk ist. Ein grosses Dankeschön hier nochmal an Jens.
kann sich hier davon
überzeugen
So
eingebettet überstand die N4510 die Strapatzen des Fluges Hamburg-Istanbul
sogar mit heilgebliebener Haube.
Nicht nur die Haube ist heil, sondern auch die Optik stimmt. Das Gerät macht
einen sehr gut erhaltenen Eindruck.
Innen ging es allerdings wie bei fast allen Schwestern der gleichen Marke zu:
die Riemenpest hatte zugeschlagen. Das ist zwar eine Drecksarbeit, aber es zeugt
auch davon, dass sie nicht zu sehr befummelt worden ist. Diesen Eindruck bestätigten auch die ersten Blicke in die Technik. Es waren keine Eingriffe zu
sehen.
Mit dem Mittel geputzt wurden auch die durchsichtigen Knöpfe der Schieberegler
wieder recht sauber.
Die
Ausstattung ist für Wohnzimmeransprüche recht gut. Tipptasten, die sehr gut
sichtbar beleuchtet sind, machen Spass beim Bedienen. Die jeweilige Funktion
wird elektronisch gespeichert und man kann ohne den Umweg über die Stop-Taste direkt
eine andere Funktion anwählen. Allerdings muss man dann die Taste so lange gedrückt
halten, bis die Spulen still stehen. Diese "Bandsalatsperre" prüft über
die Spannungen der beide Wickelmotoren, ob sich die Spulen noch drehen. Es gibt
also keine feste Zeit, die vergehen muss, damit z. B. Umspulen auf Wiedergabe
geschaltet werden. Sobald die Spulen annähernd stehen,
geht die N4510 in die neugewählte Funktion über.
Die N4510 hat zum Aufnehmen verschiedene
Eingänge, die mit dem Eingangswahlschalter angewählt werden können, das erspart
eventuell das meist umständliche Umstecken der Kabel. Multiplay geht
einfach per Schalter an der Front, Alle Schalter sind beleuchtet, so dass
eigentlich nur die gewählte Position angezeigt (erleuchtet) wird.
Insgesammt 13 Glühlampen unterstreichen das adlige Auftreten der N4510 bei wenig
Umgebungslicht.
Für Leidende: Die dafür zuständigen Lämpchen sollten mind. 19V aushalten,
besser für 24 Volt ausgelegt sein.
(die Zeiger sind wegen der Langzeitbelichtung nicht sichtbar, da beim
Fotografieren gerade ein
Band auf dem Gerät lief)
.
Mehr darüber
auf der 2. Seite.
Alle Bandlauffunktionen sind mit der damals als Zubehör verkauften Kabel-Fernbedienung
N6719 auch bequem von einem (bis zu 6 m.) entfernten Sessel zu
bedienen.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass diese Maschine unter den Kleinspulern eine hervorstehende Stellung einnimmt. In vielen Punkten ist sie der N4504& Co überlegen, mit der 4506 & Co kann sie sich messen, ist aber teilweise auch hier die bessere.
Gute Technik, gute Ausstattung, edles Aussehen. Kein Military-Look.
3 Motoren, 3 Köpfe, Tipptasten. Für viele wird mit der N4510 der Eintritt in
die TB Welt der magischen Drei erst erschwinglich geworden sein.
Wenn man mal von allen anderen Besonderheiten absieht und es auch tatsächlich
möglich wäre, sie mit anderen Bandmaschinen zu vergleichen, in Punkto Servicefreundlichkeit
jedoch kann man ganz ruhigen Herzens davon ausgehen, dass sie absolut die Nr. 1
weltweit ist, mechanisch und elektronisch. Vielleicht ist es schade, dass
Philips die N4510 & CO*) nicht weiterentwickelt-, sondern mit der N4504 ein
weitgehend neues Konzept gestartet hat.
*)
Vieles von dem hier über die N4510 gesagte
kann auch auf folgende Modelle übertragen werden, die sich fast nur in der
Farbe oder dem eingebauten Verstärker mit Lautsprechern unterscheiden: Auf der Rückseite sind die Buchsen in einem Fach (mit Deckel)
versteckt. Die Beschriftung ist so, dass man sie von Oben her richtig lesen
kann. Nochmals Danke Jens home
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N4511, N4418, N4419
In der unbeschrifteten Buchse sind die Messpunkte zur Einstellung der
Vormagnetisierung herausgeführt. Übrigens eine Philips Tradition. Alle
Bandmaschinen und auch die meisten Cassetten Recorder haben diese herausgeführten
Messpunkte.
Der merkwürdige Stift auf dem Bild befindet sich ebenfall im Kabelfach, neben
dem Spannungswähler. Er soll irgendwie Anwendung finden, wenn Endlos-Bänder
benutzt werden. Dazu wird er in ein Loch zwischen den Spulentellern gesteckt. In
diesem unscheinbaren Loch steckt nornalerweise ein klener
Plastikstopfen.